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In der Region Hannover sind im Jahr der Coronakrise deutlich weniger Kinder und Jugendliche mit einem akuten Alkoholrausch ins Krankenhaus gekommen. Im Jahr 2020 versorgten das Klinikum Region Hannover, die Medizinische Hochschule und die Kinderklinik auf der Bult 180 minderjährige Alkoholpatientinnen und Patienten, davon 101 stationär. Das entspricht einem Rückgang von ca. 1/3 gegenüber dem Vorjahr.

Die Zahl der riskant trinkenden Jugendlichen ging in der Region seit Jahren zurück, aber noch nie so stark.
Betrachtet man Monatsstatistiken, korrelieren die Fallzahlen mit der Intensität der Corona Einschränkungen. Die meisten Jugendlichen trinken aus Spaß, sie feiern in der Gruppe und überschreiten Ziele und Grenzen. Durch die Corona Einschränkungen ging die Gelegenheit für solche Zusammenkünfte zeitweise verloren. Feste, Partys und Kneipen waren zudem auch keine Orte des Konsums mehr, sondern vornehmlich der private Bereich oder Plätze und Parks.
Der Anteil von Mädchen an der betroffenen Gruppe ging 2020 zurück und das Durchschnittsalter der Minderjährigen ist leicht auf 15,66 Jahre gestiegen.
Löst Corona damit das Problem des Rauschtrinkens? Es gibt in mehreren Untersuchungen Hinweise darauf, dass der Problemdruck von Jugendlichen durch Corona angestiegen ist. Laut einer Umfrage der Kaufmännische Krankenkasse sagen 22% der Menschen zwischen 16 und 69 Jahren, die mehrfach die Woche Alkohol konsumieren, dass sie mehr trinken als früher. Nur 7% dieser Gruppe trinken seit Corona weniger.

Die Vermutung liegt nahe, dass der Anteil der Trinkenden mit einem Problemhintergrund ansteigt, während die größte Gruppe der aus Spaß Trinkenden den statistischen Rückgang ausmacht. Für eine Suchtentwicklung sind vorliegende Risikofaktoren und fehlenden Schutzfaktoren verantwortlich. Jugendliche sind durch den Lockdown derzeit beim Erlernen wichtiger Kompetenzen und in ihrer Persönlichkeitsentwicklung beeinträchtigt.

Das HaLT Programm in der Region Hannover bietet riskant trinkenden Jugendlichen während oder nach einem Klinikaufenthalt ein Beratungsgespräch mit einer Suchtpräventionsfachkraft der Beratungsstellen prisma, Drobs, Neues Land oder Güldene Sonne an. Aufgrund der Kontaktbeschränkungen werden die Gespräche seit April 2020 telefonisch geführt. Durch das veränderte Setting nahmen deutlich weniger Jugendliche das Angebot an als früher.

Den Trend mit weniger Alkoholnotfällen gab es in den letzten Jahren auch im  Bundesgebiet. In 2012 wurden in Deutschland 26.673 Kinder und Jugendliche im Zusammenhang mit Alkohol in ein Krankenhaus eingeliefert. Im Jahr 2018 waren es noch rund 21.000 Jungen und Mädchen im Alter zwischen 10 und 19 Jahren. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung betonte, dass weiterhin mit einer konsequenten Durchsetzung des Jugendschutzes agiert werden muss (vgl. DAZ.online).

Da in den letzten Jahren keine strukturellen Eingriffe von Seiten der Gesetzgeber wie Steuererhöhungen, oder Abgabe- und Konsumbeschränkungen vorgenommen wurden, kann bei rückläufigen Zahlen ein Zusammenhang mit einer verbesserten oder intensiveren Prävention angenommen werden.

Das Programm HaLT-Hart am LimiT nimmt in der Region Hannover nunmehr seit 13 Jahren Kontakt zu riskant konsumierenden Jugendlichen auf. Fachkräfte der Sucht- und Drogenberatungsstellen prisma, Drobs, Neues Land und die Einrichtung Güldene Sonne bieten den Jugendlichen und ihren Eltern ein kostenfreies Gespräch, meist noch während des Klinikaufenthaltes, an.  Bei den meisten Beratungen wurden auch Elterngespräche geführt.

Polizei, Suchtberatungsstellen und Jugendschutz unterstützen vor allem Schulen in ihrem Präventionsauftrag. Im Jahr 2019 hat der Jugendschutz der Region Hannover 80 Alkoholpräventionsveranstaltungen durchgeführt. Insbesondere die Präventionsmodule "Klarsichtparcours" und "Tom und Lisa", die für Schulklassen angeboten werden, wurden dabei bedient.

GKV BündnisDas Alkoholpräventionsprogramm HaLT wird an ca. 150 Standorten im Bundesgebiet umgesetzt. Das HaLT Servicecenter zertifiziert die Standorte und stellt Materialien zur Verfügung. Das GKV Bündnis für Prävention unterstützt HaLT als wirksames Präventionskonzept und finanziert seit Sommer 2019 mehrere Präventionsmodule.  Weitere Entwicklungen und Grafiken befinden sich im Themenfeldbericht  Prävention der Region Hannover

Weitere Informationen: HaLT Programm der Region Hannover Region Hannover, Jugendschutz, Tel.: (0511) 616 256- 08 oder -06

E-Mail-Kontakt HaLT Region Hannover 
Bundesweites HaLT Servicecenter: www.halt.de

 


 

 

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